Unsere Still R50 Elektrostapler...
1997 kauften wir unseren ersten Still R50 von Klaus Leimbach. Wir
bestellten ihn auf der Intermodellbau. Rund vier Wochen später rief Klaus mich an, und ich
konnte mich mit meinem Sender bewaffnet auf den Weg nach Belm machen. Klaus machte meinen
Sender mit unserem neuen Familienzuwachs bekannt, und so konnte ich als glücklicher
R50 Besitzer den Weg nach Hause antreten. Wir haben seitdem viel Spaß mit dem kleinen
Stapler und kauften im Jahre 2000 einen zweiten dazu. Der Stapler ist sehr wendig und
superleise, die Fahrtzeit mit dem eingabuten 600mAh NiCd-Akku ist außergewöhnlich lang;
drei Stunden Stapeln sind kein Thema.
Doch einen Pferdefuß haben die Stapler. Durch die kleinen Abmessungen
und das recht geringe Gewicht ist ihre Traglast auf 100g begrenzt. Hebt man größere
Lasten wird die Traktion des Einzelhinterrades fast aufgehoben und der Stapler droht
zu kippen. Das Hinterrad ist um ca. 270° drehbar; man tut jedoch gut daran, den Winkel auf
genau 180° (2x90°) zu begrenzen, ansonsten wechselt die Fahrtrichtung! Der Stapler
basiert eigentlich auf einem Plastikmodell der Firma BIG. Dies hat zur Folge,
dass das Gehäuse des Stapler und damit auch das Chassis sehr empfindlich und leider auch
sehr brüchig ist. 2005 begann ich dann mit den Umbaumaßnahmen, um unseren beiden
Staplern ein längeres und unbeschadeteres Leben zu ermöglichen. Im Spätherbst 2006 folgte
dann auch der schon etwas leidgeprüfte Stapler meines Freundes Ralf.; da bei seinem Stapler
die hintere Abdeckung, an der standardmäßig der Kippmotor hängt, schon mehrfach gebrochen
war, kam hier die Hilfe wirklich in letzter Sekunde.
Ich begann mit einem Einsatz für den Innenraum unter dem Sitz. Hier
fertigte ich ein Frästeil aus einem massiven ABS-Klotz an, ich nenne es
Montagebühne (Teil 1). Dieses Teil beherbergt nun den Akku (keine Einzelzellen
mehr, sondern ein Paket aus vier im Quadrat angeordneten Zellen), den Empfänger (hier
wechselte ich auf den R600 aus dem Hause Graupner, den Kippmotor (nunmehr fest in
der Baugruppe verankert) sowie zwei der drei Fahrtregler. Dieses Frästeil wird nun von
vorne mit den beiden Außenversteifungen (Teile 3 und 4) und der Mittelversteifung
(Teil 2, ebenfalls ein ABS-Frästeil) als Gegenpart versehen. Die Löcher für die
Befestigungen sind in den beiden Außenversteifungen und dem Mittelklotz
vorgegeben, werden auf das BIG-Modell übertragen und dann mit der Hand vorsichtig
durchgebohrt. Der BIG-Kunststoff dieses Staplers lässt sich ausgezeichnet bohren
und fräsen, zum bohren aber bitte nur einen kleinen Handbohrer verwenden, es geht
spielerisch leicht. Nachdem die Löcher (mit den neuen Teilen als Schablonen) vorgebohrt und
anschließend durchbohrt worden sind, wird die Montagebühne eingesetzt und die vorderen
Löcher auf die Bühne übertragen. Nun werden, in die wieder herausgenommene Bühne, die
5 übertragenen Löcher mit 1,6mm mit Hilfe der Ständerbohrmaschine ausgebohrt und mit
2mm Gewinde versehen. Nun werden alle 4 Teile mit dem Stapler-Chassis
verschraubt. Schon hier ist deutlich zu merken, dass der Stapler steifer und robuster
wird. Von hinten werden nun die Querverstrebungen (Teile 5 und 6) eingesetzt, und es
werden wieder die Löcher auf das Stapler-Chassis übertragen, dann per Hand
durchgebohrt (hier bitte vorsichtig, der Bohrer geht nur knapp am Chassis vorbei!) und
auf die Bühne übertragen. Teil Nummer 4 wird dann in der Mitte ausgespart
und so gefeilt, dass das provisorisch eingesetzte Hinterrad nicht schleift. Ziel der ganzen
Aktion ist es, die neuralgischen Punkte des ansonsten tollen Still R50 zu verstärken
und/oder zu entschärfen. Das Hauptproblem ist der quer am hinteren Deckel hängende
Kippmotor, an ihm hängt die ganze Last plus ein Teil des Baumgewichtes. Dadurch, dass ich
ihn in die massive Bühne einlasse und im unteren Teil (Metallgehäuse des Motors) mit einer
M3 Madenschraube klemme, sitzt dieser Motor nun fest, sicher und kraftschlüssig mit dem
Baum verbunden im nunmehr festen Mittelteil des Staplers.
Die Seitenversteifungen sorgen für eine sichere Aufhängung des Baumes und
stabilisieren die zweite Schwachstelle des Kunststoffmodells, die seitlichen Wangen die den
Baum halten. Für diese Seitenteile "vergewaltigte" ich die Halter der
Seitenverkleidung vom Wedico Actros; dieses Teil ist sehr filigran und passt sich
optisch gut ein. Der R600 von Graupner passt in meiner Lösung problemlos, ich musste ihn
noch nicht einmal "nackig" machen, lediglich das Antennenkabel habe ich anders geführt und
den Quarz seiner Kunststoffhülle beraubt. Den Ein-Schalter ersetzte ich gegen einen neuen
gleichen Typs (nach vielen Jahren der Benutzung war mir dies sicherer).
In der Zwischenzeit habe ich auch die Höhe des Schutzkäfigs des
Fahrerstandes um 14mm gesenkt. Dieses Maß habe ich von Originalbildern des Staplers
abgenommen und aus der Relation zur Karosserie heruntergerechnet. Hierdurch wirkt nun auch
der Baum höher und die gesamten Proportionen stimmiger.
|
 |
|
 |
| |

Dies ist die Gesamtansicht des noch nicht umgebauten
Staplers.
|
|
 |
|
 |
|
|
 |
|
 |
| |

Detailansicht des Fahrers bei seiner Arbeit.
|
|
 |
|
 |
|
|
 |
|
 |
| |
Hier seht Ihr Bilder der wesentlichen Umbauteile, für eine
vergrößerte Ansicht bitte hier
klicken...


|
|
 |
|
 |
|
|
 |
|
 |
| |
Tip 1.1
Wenn Du den hinteren Mast des Gitteraufbaus gegen ein 3mm Messing- H-Profil
ersetzt und das Antennenkabel unten am Ende anlötest, wird die Antenne
unsichtbar und der häßliche dicke Schrumpfschlauch verschwindet. Danach
noch schwarz antickern und schon sieht es klasse aus.
|
|
 |
|
 |
|
|