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Actros 1857 Sattelzugmaschine...

Diese Sattelzugmaschine entstand aus den Bestrebungen meiner lieben Frau und mir heraus, ein kleines sehr wendiges Fahrzeug zu besitzen. Durch unsere Erfahrungen mit unserem ehemaligen Volvo (2-Achs Sattelzug) und dem "alten" blauen Actros (2-Achs Sattelzug) meiner Frau, war uns klar, dass wir den Actros meiner Frau nur dann abgeben, wenn dafür ein mindestens gleichwertiges Fahrzeug als Ersatz kommt. Als ich mit meinem Freund Ralf mit dem Bau unserer beiden Gliederzugmaschinen anfing und sich herauskristallisierte, dass auch er einen Actros bauen würde, beschlossen wir die Stückzahl der "Tuningteile" für insgesamt 4 (teilweise auch 5) Fahrzeuge auszurichten. So wurden ein Großteil der Teile für Ralf´s Actros, den seines Sohnes Matthias und unsere drei erstellt. Dies war manchmal sehr lästig und zeitraubend, kam uns aber jetzt bei den weiteren Actros-Zugmaschinen sehr zugute. Darüber hinaus wuchs auch unsere Erfahrung mit diesen Fahrerhäusern gewaltig. Die Basis all dieser Fahrerhäuser ist der Wedico Actros L.

Aus den Erfahrungen mit dem ehemaligen blauen Actros meiner Frau entstanden folgende Wünsche bei der Planung dieses Fahrzeuges:

  • Verringerung der Spaltmaße gegenüber dem Wedico-Fahrzeug
  • ein kompakteres bulligers Aussehen
  • eine komplett überarbeitete Heck- und Rahmenansicht
  • Verwendung der neu erstellten Actros-Teile und aktueller elektronischer Komponenten
  • Minimierung der Kabel trotz der verwendeten 6-Kammer Rückleuchten von Hettmo
  • Erhöhung der Traktion der Hinterachse

Gerade diese Vorgaben machten ein stellenweises komplettes Umdenken erforderlich. Das Fahrerhaus ist nahezu genauso aufgebaut wie bei der Schwerlastzugmaschine. Ein wesentlicher Unterschied hierbei sind die Windleitbleche in Kombination mit dem Dachspoiler. Beachte bitte hierzu den Tip Actros 1.2 unten auf der Seite.

Bei der Umsetztung des Bauvorhabens kamen auch wieder meine "Lieblinge" zum Einsatz: Vorderachse von Hettmo mit aufgeflanschtem Servo als Einheit, Wedico 2:1 Metalldifferential 3mm tiefergelegt und schwarz verchromt und der Wedico Bühler mit kugelgelagertem Wedico-Unterflurgertriebe. Das Fahrgestell ist eine abgepauste Version des Original-Wedicorahmens. Dabei habe ich die ansonsten komplett übernommenen Wedico-Bohrungen zwischen dem Fahrerhaus und den Seitenverkleidungen und zwischen den Seitenverkleidungen und den hinteren Kotflügeln um wenige Millimeter reduziert, sowie das Heck abgeschrägt. Die verbauten Traversen kommen wieder von Hettmo genauso wie das Abschleppmaul an der Hecktraverse. Die hintere Aufhängung der vorderen Federpakete habe ich, wie in Tip Profifahrgestell 1.1 beschrieben, versetzt. Nun hängt das Fahrerhaus nicht mehr und die Federung der Vorderachse ist einwandfrei.

Das Fahrerhaus ist ähnlich dem unserer Schwerlastzugmaschine umgebaut: Frontscheinwerfer, Zusatzlampen und Seitenbeleuchtung/Blinker entstanden in Eigenarbeit. Das Fahrerhaus ist mit einer Dachluke aus getöntem Plexiglas versehen und erhielt einen kompletten Innenausbau, bestehend aus Boden, Rückwand, Tür- und Dachverkleidungen, einem Bord über der Winschutzscheibe mit CB, Klimaanlage, angedeuteten Lautsprechern, Leseleuchten und Sonnenblenden für Fahrer und Beifahrer. Auch entstanden sind die Mittelkonsole mit Lüftung, Pedalerie für das Automatik-Geriebe, Radio, Feuerlöscher und dem Schaltturm (Umbau der Scaleart Mittelkonsole). Der Fußraum ist ebenso wie die schwarz eloxierten Trittstufen beleuchtet (schaltbar über FB oder die im Armaturenbrett integrierten Reed-Kontakte). Die Sitze sind vom Wedico-Baukasten und wurden durch Verstellungen, Armlehnen und Haltegriffe ergänzt. Die Bälge darunter sind selbstgefertigt und dem Actros angepasst. Die Außenspiegel des Actros basieren auf den Euro-Spiegeln von Peter Hettenkofer (Hettmo). Sie wurden von meinem Freund Jörg Balzer ihres Gestänges beraubt, mit einem neuen für den Actros passenden ausgestattet und mattschwarz lackiert. In den Spiegeln befinden sich, zur Simulation eines Spiegelglases, mit Spiegelfolie bedampfte Abschnitte aus Polistyrol.

Der hintere Teil des Fahrerhauses ist der Technik vorbehalten. Hier verbaut sind (gleich der Schwerlastzugmaschine) ein Graupner R700 Empfänger, meine elektrische Anlage "Ki-Truck TNG", der Fahrtregler S20 von Servonaut sowie der SMX Sound aus gleichem Hause. Der Lautsprecher sitzt übrigens im Rahmen in einer Dose aus ABS-Kunststoff mit einem Aludeckel verschlossen und Schallaustritt nach unten vor der Vorderachse. Der Lautsprecher und das Lenkservo sind dabei "enge" Freunde geworden, aber was passt das passt. Der Klang dieses 45mm Breitbandlautsprecherchens ist dabei nicht überragend und auch nicht besonders laut, aber es passt zum Actros, und es kommt vom rechten Fleck. Wie beim Original auch ist dabei der Untergrund, über den der kleine Prachtkerl "rennt" mitentscheidend für den Sound. Ich gehe abgesehen von amerikanischen Haubenfahrzeugen immer diesen Kompromiss ein, weil mir die Optik und die Richtung aus der der Sound kommt ziemlich wichtig sind.

Ursprünglich war dieses Fahrzeug mit 2 großen Rechtecktanks geplant, dies hatte ich auch noch vor, als ich bereits bei der Montage der eloxierten Rahmenteile war. Erst hier entschloss ich mich, den ursprünglich geplanten LRP-Truckpuller gegen den Wedico Bühler zu tauschen; der Bühler harmoniert deutlich besser mit dem S20 von Servonaut. Nach dem Umdenken hinsichtlich des Motors und dem Umsetzen der dafür notwendigen Löcher (ich verwende eine speziell für mich gefertigte Traverse für den Motor-Getriebe-Einbau), begann ich mich an den beiden Edelstahl Rechtecktanks zu stören. Sie waren aus Edelstahl gekantet, verschweißt und mit gezogenen Deckeln versehen und schließlich von mir hochglanzpoliert. Diese Tanks verschlossen optisch derart den hinteren Teil des Fahrzeugs, dass ich diesen Umstand unbedingt noch ändern wollte. Es gefiel mir einfach nicht mehr...
Eigentlich ein Hammer, denn ich hatte das Fahrzeug in allen Stufen seines Werdens schließlich viele viele Tage vor Augen gehabt und war mir immer sicher: so wird er mal.
Nun kam es aber anders: Die beiden Tanks flogen raus und ich montierte einen Wedico Rechtecktank mit zwei gegensätzlich verwendeten Messingtankdeckeln  in verchromter Version (dies sind die Deckel, die Wedico jeweils einmal in jeden Fahrtregler/Sound/Kombi verbaut). Die Gummimuffen der Kabeldurchlässe drehte ich dabei nach unten, so sind sie nicht sichtbar. Ich wollte nicht wieder beide Seiten mit Tanks ausstatten und so montierte ich auf der Fahrerseite neben einem Reserverad zwei Druckluftkessel und einen kleinen Drucktank.

Die Rückleuchten sind 6-Kammer Rückleuchten von Hettmo, welche ich auf den Kunststoffkotflügel von Wedico montierte; dazu verwende ich vier von den Unterlegkeilen, die beim Wedico-Peterbilt zwischen Haube und Kühler sitzen. Diese Keile paarweise verwendet, sorgen dafür, dass die Rückleuchten gerade an den Kotflügeln sitzen. Hinten unter der Hecktraverse sieht man eine Querstange, die unter dem Rahmen verlaufend, die beiden Rückleuchten verbindet. Diesen Weg wählte ich, weil ich die 24 Kabel, die aus den beiden Rückleuchten kommen, auf jeden Fall verbergen wollte; nebenbei verbreitert sie optisch das Heck des Actros. 

 
Tip Actros 1.2
Die Montage der Windleitbleche/Dachspoiler Kombination von Wedico ist für mich der pure Horror. Es ist sehr schwierig, die richtigen Positionen zu finden, und es ist im Nachhinhein nicht mehr möglich, eine Korrektur vorzunehmen. Ich gehe daher anders vor: Ich habe mir eine Schablone gefertigt. Mit dieser werden hinten am Dachspoiler zwei 1,6mm Löcher gebohrt (beidseitig). Dann werden die Halter für die Windleitbleche montiert und die Bleche nach Wedico-Anleitung darauf befestigt. Nun wird der Dachspoiler auf das Fahrzeug gelegt (an den vorderen Kanten stecke ich aufgeschnittene 8mm lange Stücke Schlauch auf wodurch ein Abstand von ca. 1mm zum Dachentsteht). Nun richte ich das Dach gerade zum Dach und zur Hinterkante der Windleitbleche aus und übertrage die 4 Löcher des Dachspoilers auf die Windleitbleche. Diese werden nun noch mit 1,8mm durchbohrt und der Dachspoiler mit M 1.6 Zierschrauben aufgeschraubt. Wenn der Spoiler nun noch etwas schief sitzt, kann er durch lösen der Schrauben, ausrichten und wieder anziehen, gerichtet werden. Der dem Satz beiliegende Winkel, der vorne den Dachspoiler abstützen soll, findet dann seinen Weg in die Krabbelkiste.   
 
 
Tip Actros 1.3
Es ist recht schwierig das Dach des Actros Fahrerhauses ohne größeren Spalt zu montieren. Mein Tip hierzu:
Verschraube das Dach nicht mit der Rückwand der Faherkabine! Montiere nur die Messing-Kegel der Dachveriegelung, nicht die Schlösser. Nun kannst du die Rückwand problemlos in die dafür vorgesehenen Nuten der Seitenteile schieben und danach das Dach aufsetzen (die seitliche Schraube des Luftfilters entfällt dabei!). Wenn das Dach nun noch zu lose sitzt, löse die Halteplatten auf denen die kleinen Messingkegel sitzen ein wenig und verschiebe sie. Spätestens jetzt sollte das Dach klapperfrei und passgenau sitzen (dass hierbei die störenden Hebel der Verriegelung fehlen, ist ein willkommener Nebeneffekt). 
 
 
Das fahrfertige Fahrzeug in der schräg/vorne Ansicht.
 
 
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Ein schöner Rücken... wie ich finde.
 
 
Aufblick auf den Rahmen... hier gut zu erkennen sind das Reserverad und die Montage des Luftfilters.
 
 
Dies ist der Arbeitsplatz des Gummitruckers. Hier sind die Sitzverstellung, die Armlehne und die Lenkradsäule gut zu erkennen.
 
 
Diese Bilder sind nur vorläufig, ich werde sie in Kürze durch neue Detailbilder und Studioaufnahmen ersetzten.
Bitte gebt mir noch etwas Zeit...
martin
 
 
Tip Profifahrgestell 1.1
Das Wedico Profifahrgestell neigt durch die Federkonstruktion der neuen Federn sehr stark zum einfedern. Er kommt dann aus eigener Kraft nicht mehr hoch. Dies liegt daran, dass die Federkraft bis zum erreichen der hinteren Position (hinter Schwinge der Federblätter) nur minimal zum Tragen kommt. Ist dieser Weg einmal überwunden, führt er insbesondere bei einem schweren kopflastigen Fahrzeug (z.B. 2-Achs Sattelzugmaschinen) dazu, dass er nicht mehr selbstständig ausfedert.
Lösung:
Versetze die komplette hintere Schwinge  der vorderen Federpakete um 5mm nach vorne. Dies machst Du, indem Ddu die beiden Hälften des Profirahmens um diese 5mm versetzt aufeinanderlegst, mit Klammern/Klemmen sicherst und die nun versetzten Löcher bohrst. Dann die Rahmen genau übereinander legen und die frisch gebohrten Löcher übertragen.
Ich werde hierzu noch Bilder nachreichen...
 

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